Analyzing blood vessels in Angiographies

Involved employees:
Clemens Hentschke, Klaus Tönnies
Part of project:
Mobestan
Links: 

Mobestan allgemein

Mobestan ist ein Akronym für Modellierung und Beeinflussung von Strömungen in Aneurysmen. Das Projekt läuft von Oktober 2008 bis Oktober 2010 und ist gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt.
Zwei Aneurysmen
Zwei Aneurysmen
Aneurysmen sind krankhafte Ausbeulungen der arteriellen Gefäßwände. Das Platzen dieser Aneurysmen führt zu starken inneren Blutungen und kann - abhängig vom betroffenen Gefäß - innerhalb von Minuten zum Tode führen. Dieses gilt insbesondere für Aorta- und Gehirnarterien: ruptierte Aneurysmen führen zu einer lebensbedrohlichen Hämorrhagie. Die Behandlung dieser Ausbeulungen an Gefäßen im peripheren Gefäßsystem ist im Allgemeinen eine Aufgabe der Gefäßchirurgie. Die Behandlung von intrazerebralen Aneurysmen wird aufgrund des schwierigen operativen Zugangs meistens mittels den Kopf und dann in das Innere des Aneurysmas vorgeschoben und mit Edelmetalldraht ausgefüllt (Coiling), in der Hoffnung, dass der Hauptblutstrom an der Ausbeulung vorbeigeführt und das Aneurysma im Laufe der Zeit mit Gewebe zuwächst.
Eine kürzlich entwickelte Therapiestrategie empfiehlt das Platzieren von Stents auf der Höhe des Aneurysmas, so dass die Hämodynamik in der Nähe der Ausbeulung so verändert wird, dass der Hauptblutstrom am Aneurysma vorbeiführt. Aufgrund des extrem hohen Eingriffsrisikos, ist jedoch bei derartigen Interventionen äußerste Zurückhaltung angezeigt. Nur wenn die Gefahr einer spontanen Ruptur sehr hoch ist, wird der Eingriff gewagt. Die Beurteilung des Risikos einer Ruptur eines Aneurysmas ist daher ein zentrales Problem der präoperativen Diagnostik. Dafür muss die Blutströmung um das Aneurysma zuverlässig vorhergesagt werden können. Besonders wichtig für eine zukünftige Verbesserung dear Behandlung wäre die Optimierung existierender Stent-Geometrien sowie die Entwicklung effizienter Stents. Das sind die Kernaufgaben des vorliegenden Forschungsprojektes.

Bildverarbeitungs-Forschungsprojekte

Im Rahmen von Mobestan wurden bisher mehrere Forschungsarbeiten geleistet.

2D/3D Registrierung von DSA-Daten

Das Ziel ist die Registrierung von zweidimensionalen digitalen Subtraktions-Angiografien (2D-DSA) und dreidimensionalen Rotations-Angiografien (3D-RA). In den projektiven, zeitbehafteten Daten ist der Blutfluss zu sehen, während in den dreidimensionalen Daten die Morphologie der Blutgefäße zu sehen ist, also eine räumliche Information. Für verschiedene Bereiche wie die Validierung von Strömungssimulationen ist es notwendig, dass Blutfluss und räumliche Information fusioniert werden. Dies ist mit dem entwickelten Verfahren möglich.
Überblick über die 2D/3D Registrierung von Angiografien
Überblick über die 2D/3D Registrierung von Angiografien

Links: Centerline des einführenden Blutgefäßes in 2D-DSA Aufnahme, rechts: Rückprojektion der Centerline in den 3D-RA Datensatz
Links: Centerline des einführenden Blutgefäßes in 2D-DSA Aufnahme, rechts: Rückprojektion der Centerline in den 3D-RA Datensatz
Eine weitere Anwendung ist die Bestimmung von Blutflussgeschwindigkeiten in DSA Datensätzen. Diese Geschwindigkeiten sind patientenspezifisch und sind für das Festlegen von Boundary-conditions in Strömungssimulationen notwendig. Dazu wird anhand von Concentration Time Curves der projektive Blutfluss auf der Centerline eines 2D-DSA Datensatzes bestimmt. Die Centerlines werden dann mit dem bereits entwickelten 2D/3D Registrierungverfahren auf den dreidimensionalen Volumendatensatz zurückprojiziert, um einen räumlichen Blutfluss berechnen zu können. Punkte, die nicht eindeutig einem Gefäß zugeordnet sind, werden mit einem Graph-basierten dem korrekten Gefäß zugeordnet.


Detektion von Aneurysmen in Angiografien

Beispiel einer Aneurysmendetektion
Beispiel einer Aneurysmendetektion
Ziel dieses Projekts ist die automatische Detektion von Aneurysmen. Wie im oberen Abschnitt beschrieben, sind Aneurysmen krankhafte Ausweitungen von Blutgefäßen, die bei einem Platzen zum Tod führen können. Da durch den technologischen Forschritt immer mehr medizinische Bilddaten aufgenommen werden, ist auch die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass Aneurysmen zufällig gefunden werden. Durch das Verfahren sollen Aneurysmen in den vorhandenen Bilddaten, primär Angiografien (CTA, MRA und 3D-RA), gefunden werden. Speziell kleine bzw. schlecht sichtbare Aneurysmen sollen mit dem Verfahren gefunden werden. Der Arzt kann den gemeldeten Fund dann bewerten und entsprechende Maßnahmen einleiten. So bekommt der Arzt zusätzliche Sicherheit bei der Diagnostik von Angiografien. Dies ist insbesondere dann interessant, wenn nur ein Kliniker den Datensatz analysiert.


Publications or additional literature

Array ( [0] => Clemens Hentschke [1] => Steffen Serowy [2] => Gábor Janiga [3] => Georg Rose )
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false. Estimating Blood Flow by Re-projection of 2D-DSA to 3D-RA Data Sets for Blood Flow Simulations. In Computer Aided Radiology and Surgery (CARS2010), 23.-26. Juni 2010.
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Clemens Hentschke and Klaus-Dietz Tönnies. Automatic 2D/3D-Registration of Cerebral DSA Data Sets. In Bildverarbeitung für die Medizin (BVM2010), pages 162–166, 14.-16. März 2010.
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Clemens M. Hentschke and Klaus-Dietz Tönnies. Intensity-based Registration of 2D-DSA and 3D-DSA Data Sets for Flow Simulation in Intracranial Aneurysms. In Proc. of Vision, Modeling, and Visualization (VMV), pages 375–376, November 2009.