VirtualAnatomy - Anatomieausbildung 2.0



Explorative Studie

Erstes Bild: Das Labor mit gestartetem Dornheim Segmenter um das medizinische Szenario zu erarbeiten. Zweites Bild: Atlas-basierte Erarbeitung des medizinischen Szenarios. Die Aufgabe der Studierenden war es, Strukturen wie Muskeln und Bänder des Sprunggelenks zu beschriften.

Am 16. und 18. Februar 2016 wurden jeweils 20 Medizinstudierende in die Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eingeladen um an unserer Studie teilzunehmen. Die Studierenden erhielten am ersten Tag die Aufgabe, die Muskeln und Bänder des Kniegelenks in Form farbiger Bänder korrekt an einem Knochenpräparat des Knies anzubringen und zu beschriften. Während eine Gruppe der Studierenden hierzu ihre eigenen Anatomie-Atlanten nutzte, stand der anderen Gruppe der Dornheim Segmenter® 3D Presenter mit einem zuvor segmentierten 3D-Modell des Körperspenders zur Verfügung. Am Nachmittag wurde das Erlernte am realen Körperspender und mithilfe eines Puzzles in der Anatomie abgefragt. Am zweiten Tag wurden die Gruppen getauscht und wiederholten die Übung am Sprunggelenk. Ein initialer Test zum räumlichen Verständnis sollte zusätzlich die spätere Bewertung der Studienergebnisse erleichtern.
Wir haben uns über das Interesse und die rege Teilnahme sehr gefreut und bedanken uns bei allen Teilnehmern.

Erstes Bild: Beschrifteter Ansatz und Ursprungeines Muskels. Zweites Bild: Absprache der Anatomen auf die Befragung der Studierenden. Drittes Bild: 3D Puzzle der Knochen des Sprunggelenks

VirtualAnatomy

Am 1. Oktober 2015 startete das Projekt Virtual Anatomy, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. In diesem Projekt werden in den kommenden 2,5 Jahren innovative Konzepte entwickelt und erprobt, die die Anatomieausbildung modernisieren sollen. So werden die Körperspender, an denen Studierende der Medizin das Präparieren erproben, digital in hoher Auflösung erfasst, sodass die Präparation auch virtuell nachvollzogen werden kann. Während das Leichenpräparat nur eine begrenzte Zeit lang genutzt werden kann, stehen die virtuellen Modelle prinzipiell immer zur Verfügung. Eine der sehr praktischen Forschungsfragen ist, wie man die Betrachtung und Analyse der 3D-Modelle in das Curriculum der Anatomieausbildung sinnvoll und möglichst direkt integrieren kann.

Geleitet wird das Projekt von der Firma Dornheim Medical Images GmbH, die ihre Kompetenz in der Segmentierung medizinischer Bilddaten einbringt. An der Universität sind das Institut für Anatomie (Prof. Rothkötter) und der Lehrstuhl für Visualisierung (Prof. Preim) daran beteiligt. Am Institut für Anatomie werden die entwickelten Lösungen erprobt und verfeinert. Der Lehrstuhl für Visualisierung bringt Erfahrung mit anderen medizinischen Trainingssystemen ein und realisiert innovative Visualisierungstechniken für die komplexen Daten.